Trip to … Bamberg

Während viele Theater derzeit in der Spielzeitpause sind und dazu das Wetter noch so schön ist, bietet sich eine ganze Reihe von Freizeitalternativen und Orten an, die Sonne und Kultur verbinden. Zum Beispiel Bamberg. Dort findet dieses Jahr die bayerische Landesgartenschau statt. Wer dort hin fährt und sich für den Gartenbau früher interessiert, sollte auf jeden Fall noch einen Abstecher ins Gärtner- und Häckermuseum machen.

Vermutlich (wenn ich das Schild richtig zugeordnet habe) handelt es sich hier um die Dahliensorte Jowey Winnie, gesehen auf der bayerischen Landesgartenschau 2012 in Bamberg.

Vor Kurzem bin ich in Bamberg bei der Landesgartenschau gewesen und mein Fazit ist zwar positiv, aber nicht überragend. Man kann dort einen schönen Tag verbringen und sich über allerhand Trends in Sachen regenerative Energien, (Gemeinschafts-) Gartenanlagen und das Hobby Gärtnern informieren. Wussten Sie zum Beispiel schon, dass man Tomaten auch kopfüber in einem Kübel hängend anbauen kann? Aber enttäuscht hat es mich am Ende schon, dass man keine der botanischen Schönheiten, die es zu sehen gab (siehe Foto), auf dem kleinen Markt kaufen konnte. Dort gab es nur ein paar Blumenzwiebeln, z. B. für Zierlauch, und jede Menge Schnickschnack wie Schmuck, Taschen und Dinkelkissen. Das Gelände insgesamt war nicht überwältigend aber ansprechend gestaltet, wie ich finde. Zwar hatte ich den starken Eindruck, dass es in erster Linie angelegt wurde um das anliegende Wohnviertel nach der Landesgartenschau durch schöne Spielplätze und Ruhezonen aufzuwerten, aber ich halte das für eine sinnvolle Investition und habe mich selbst dabei ertappt, wie ich dachte: „hier lässt es sich mit Kindern bestimmt gut leben“. Mein Tageshighlight erlebte ich jedoch nicht auf dem Gelände der Landesgartenschau, sondern in einem kleinen Museum im Bamberger Gärtnerviertel.

Wer einen Ausflug nach Bamberg und insbesondere zur Landesgartenschau plant, sollte unbedingt auch das erst im April 2012 neu gestaltete Gärtner- und Häckermuseum besuchen. Es ist nicht so groß wie ein durchschnittliches Freilandmuseum, bietet aber einen spannenden Einblick in einen wichtigen Teil Bamberger Geschichte, nämlich in dessen außergewöhnliche landwirtschaftliche Kultur und Tradition sowie in den Handel mit den angebauten Gütern. Besonders die Süßholzwurzel sticht darunter hervor, die sonst eher im Mittelmeerraum oder auf anderen Kontinenten angebaut wird. Sehr spannend ist auch die Videostation im Obergeschoss des Museums. Dort werden alte Gartengeräte ausgestellt, die man heute kaum noch kennt, und per Video erklärt. Im Untergeschoss ist das im 18. Jahrhundert erbaute Gebäude als Wohnhaus mit Originalmöblierung eingerichtet, zu der es ein mietbares Headset mit gesprochenen Erläuterungen gibt. Dies habe ich zugegebenermaßen nicht ausprobiert aber ich glaube es wäre sinnvoll gewesen, da im gesamten Museum weitgehend auf Texttafeln verzichtet wurde. Hinter dem Museumsgebäude befindet sich ein gut gepflegter Garten mit vielen verschiedenen Kräutern und Gemüsesorten. Wie in einem ordentlichen botanischen Garten ist alles fein säuberlich beschildert und es finden sich alte Pflanzsorten wie Butterkohl wieder, die heute schon fast in Vergessenheit geraten sind. Das Gärtner- und Häckermuseum bietet also einen sehr gut ergänzenden Kontrast zur modernen Landesgartenschau und ist auch einzeln einen Besuch wert. Übrigens kann man beim Verlassen des Museums mit etwas Glück die Ernte des Tages günstig kaufen und sich damit bei einem leckeren Abendessen noch einmal über einen schönen Ausflug freuen.

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