Blogparade: (Schlüssel-) Erlebnisse mit dem Social Web

Tolle Sachen gibt´s! Wie zum Beispiel das Theatercamp am 11. November in Hamburg. Dabei handelt es sich um ein Treffen von Theaterleuten, die sich bereits intensiv mit dem Social Web auseinandersetzen oder erst einmal lernen möchten, wie man Theater und Internetkultur sinnvoll verknüpfen kann. Vielleicht ist es aber auch umgekehrt und es treffen sich internetaffine Menschen, um das Theater als zusätzliches Arbeitsgebiet zu erkunden. Jedenfalls wird es eine Reihe von Sessions geben, in denen man gemeinsam über die Möglichkeiten und Chancen von Blogs, Twitter, Facebookseiten und allerhand anderen Social-Web-Bereichen für das Theater spricht. Ich habe beschlossen, die Chance zu nutzen, teilzunehmen und mir nebenbei einmal Hamburg anzuschauen.

Warum nun dieser Blogeintrag? Das Theatercamp hat zur Blogparade aufgerufen. Blogger sind eingeladen, über ihre (Schlüssel-) Erlebnisse mit dem Social Web zu berichten. Da fühle ich mich direkt angesprochen.

Lange Zeit hielt ich das Internet ja quasi für gefährlich. Ich nutzte zwar Facebook, um mit Kommillitonen im Ausland einfacher Kontakt zu halten, vermied es jedoch allzu viel über mich preiszugeben. Mein Leben sollte schließlich nicht in der Öffentlichkeit stattfinden! Außerdem lauert ja an jeder Ecke die Gefahr, unwissentlich irgend etwas illegales zu tun oder sich einen Computervirus einzufangen… so meine Befürchtung.

Meine Einstellung gegenüber dem Internet und Plattformen wie Facebook, Twitter und Co. hat sich dann verändert, als ich beruflich damit zu tun bekam. In meinem Nebenjob betreute ich plötzlich eine Facebook-Seite. Glücklicherweise war mein Arbeitgeber nicht der Meinung, dass alle Menschen unter 30 Jahren heutzutage alles automatisch verstehen müssen, was mit dem Internet zu tun hat. Man schickte mich im April 2012 zum stARTcamp München. Dort fing ich Feuer. Zum ersten Mal verstand ich, welche Chancen das Internet für Kulturbetriebe bieten kann. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich einen Twitter-Account und diesen Blog, die ich beide als Experiment und Training verstehe, um mich an Social Media heranzutasten, Kontakte zu knüpfen und mich im nicht-wissenschaftlichen Schreiben zu üben (im Laufe meines Theaterwissenschaft-Studiums hatte ich mir nämlich einen ganz fürchterlich langweiligen Schreibstil angewöhnt).

Inzwischen habe ich viele verschiedene Beispiele kennengelernt, in denen Kulturinstitutionen mit ihrem Publikum via Internet kommunizieren und die mich inspirieren. Mal von inzwischen fast schon standardmäßig eingerichteten Facebook-Seiten und Blogs abgesehen, gibt es da auch einige ganz besondere Varianten, die ich wahnsinnig spannend finde – zum Beispiel, wenn ein fiktiver Charakter aus einem Museum twittert (wie Mr N aus dem Neanderthal Museum) oder ein Theater ein Stück auf Facebook interaktiv aufführt (wie Effi 2.0 vom Maxim Gorki Theater). Bisher habe ich zu solchen Aktionen nur positives gehört.

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Einbettung von Social Media in das Konzept eines Theaters ist auch die Bayerische Staatsoper, die mit einem Blog, einer Facebook-Seite und einem Twitter-Account im Internet sehr präsent ist. Warum ist sie aus meiner Sicht nun erfolgreicher als andere? Weil sie die Kommunikation nicht strikt vom Theaterbetrieb getrennt hält, sondern das Publikum auch im Spielplan aktiv mit einbezieht. So gelingt es, durch verschiedene Aktionen wie Oper für alle (bei der eine Aufführung live auf eine Leinwand vor dem Haus übertragen sowie als Stream im Internet kostenlos bereitgestellt wird), die Kunst-Aktion von Spencer Tunick (bei der die Teilnehmer nackt für Fotos posierten) und der organisierten Opernhausbesetzung durch das Publikum, auch junge Menschen für sich zu gewinnen. Tatsächlich sagte einmal jemand zu mir, dass er mit Oper eigentlich nicht so viel anfangen könne, dass die Bayerische Staatsoper jedoch eines seiner Lieblingshäuser in München sei, weil man so schön mitexperimentieren dürfe. Natürlich kann man nun darüber streiten, ob man ein Publikum an sich binden möchte, das an der „Haupt-Kunst“ des eigenen Hauses nur mäßig interessiert ist, aber ich würde es doch befürworten, denn ich glaube, dass die Zukunft des Theaters in der (Ein-) Bindung des Publikums liegt.

Ein Highlight meines eigenen virtuellen Lebens war bisher die Einladung zum Tweetup der Kulturkonsorten, über den ich bereits ausführlich geschrieben habe. Es war toll, als Bloggerin ernst genommen zu werden und andere Menschen kennen zu lernen, die sich für die gleichen Themen interessieren. Nun heißt es für mich: Dran bleiben und weiter schreiben!

Und im November Hamburg.

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