Wettschulden

Seit Wochen bin ich (auf meinen Blog bezogen) motivationslos, themenlos, wortlos und meistens auch Zeit-los. Aber sonst habe ich keinen Grund zum Jammern:

Beruflich und im Studium läuft es besser denn je und auch über mein Real-Sozial-Leben kann ich mich nicht beklagen (Grüße in die Runde). Allerdings habe ich kaum Gelegenheit, privat ins Theater oder ins Museum zu gehen, was mir nun als Grundlage für diesen Blog fehlt.

Die gute Nachricht ist: ich arbeite daran, auch wenn man davon erstmal nichts merkt. Die schlechte Nachricht ist: woran genau ich arbeite, bleibt solange noch ein Geheimnis, bis es offiziell ist.

Stattdessen ziehe ich heute kurz Bilanz zu meinen Wetten aus dem vorletzten Artikel:

1. Meine Magisterarbeit: Läuft. Die Sache läuft so gut, dass ich es nun auch ohne Wette schaffe, konstant dran zu bleiben. In 14 Tagen melde ich mein Thema an und ich habe ein wahnsinnig gutes Gefühl dabei. Meine liebe Kollegin, die meine Wette kontrolliert hat, hat mich zugegebenermaßen ein Mal aus den Wettschulden rausgehauen, als ich aus (wirklich!) (jetzt komme ich mir vor wie ein trotziges Kind) triftigen Gründen meine 15 Stunden nicht geschafft habe. Die fehlenden Stunden hat sie mir zu den Stunden der Folgewoche aufaddiert und als ich dieses Pensum erreicht habe, war alles gut. Danke dafür.

2. Mein Blog: Dass der Plan nicht aufgegangen ist, muss ich euch nicht erzählen. Mein Freund hat sich gefreut, ich nicht.

3. Meine To-Do-Liste: Ist nicht mehr existent. In der ersten Woche habe ich einfach eine Vielzahl an Taktiken gefunden, meine To-Do-Liste auszulagern, z. B. habe ich einige Dinge als Termine in meinem Kalender eingetragen, manches habe ich weggelassen, weil ich es nicht für wichtig hielt oder gehofft habe, es mir auch so merken zu können (Fehlanzeige). Manches habe ich mir als E-Mail geschickt oder als Erinnerung in meinem schlauen Telefon abgespeichert. Das Ende vom Lied: Ich habe keine To-Do-Liste mehr und bin unorganisierter denn je.

Fazit:

Die Wette zur Magisterarbeit kriegt die Note „sehr gut“. Das Ziel (15 Std. pro Woche) war hoch genug um eine Herausforderung zu sein aber nicht so hoch, dass ich es nicht schaffen konnte. Der Einsatz (30 €) war hoch genug um mich zu puschen, aber nicht so hoch, dass ich bei Verlust verhungert wäre. Durch die Wette habe ich einen neuen Ansporn gefunden und Berührungsängste überwunden. Ich habe außerdem gelernt, dass ich es schaffen kann (zeitlich wie inhaltlich) und habe einen neuen Ehrgeiz für die Magisterarbeit entwickelt. Insgesamt war diese Wette also eine gute Sache.

Dagegen war die Blog-Wette der totale Reinfall. Denn nur um Wettschulden auszuweichen, wollte ich dennoch nicht sinnlose Einträge schreiben. Wenn die Inhalte fehlen, fehlen sie. Und da hilft auch kein Druck von außen.

Bei der Wette zur To-Do-Liste bin ich unentschlossen. Einerseits habe ich das Ziel, mein Leben zu vereinfachen, nicht erreicht. Andererseits habe ich gelernt, dass eine einzige Liste (auch wenn ich sie niemals vollständig abarbeite) einfacher zu pflegen ist, als all die anderen Tools, die ich stattdessen verwendet habe. Ich werde wohl darauf zurückgreifen und nun versuchen, diese Liste sinnvoll minimal zu halten.

Insgesamt waren die Wetten ein gutes Experiment um mich einerseits zu motivieren und andererseits überhaupt erst herauszufinden, ob mir etwas wirklich wichtig ist, oder nicht. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen (sorry, dass der Blog da nicht als „sehr wichtig“ eingestuft wurde) und meine Arbeitszeit besser einzuteilen. Dennoch bin ich froh, dass ich das Experiment auf 4 Wochen begrenzt habe. Schließlich baut es einen ungeheueren Druck auf, wenn man ständig auf die Uhr sieht und an den möglichen Geldverlust denkt, den ich nicht ständig erleben möchte. Auf Dauer würde ich wahrscheinlich früher oder später die Wetten ignorieren und jeder Effekt wäre verloren. Durch das absehbare Ende konnte ich die Wette jedoch ernst nehmen und durchziehen. Ich habe bestimmte Ziele erreicht, andere nicht – dafür habe ich einiges über mich selbst gelernt.

Das Prinzip der Wette würde ich also durchaus weiterempfehlen. Aber Achtung: Wetteinsatz und Ziel sollten gut überlegt, nämlich machbar sein.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s