über.leben

Kann man nach einem halben Jahr Blogpause einfach so tun, als ob nichts gewesen sei? Vermutlich nicht, aber meine Leser kennen meine Alltags- und Studienabschluss-Geschichten ja schon. Darum direkt der Sprung ins „über.leben“:

Internationales Figurentheaterfestival „über.leben“ in München

„über.leben“ – das war und ist der Titel des diesjährigen Internationalen Figurentheaterfestivals in München. Dieses Festival findet alle zwei Jahre mit wechselndem Motto statt und bringt internationale Inszenierungen verschiedenster Puppenspielarten nach München. Dieses Festival war es , das meine Aufmerksamkeit überhaupt erst auf das Figurentheater gelenkt hat, als ich 2009 als Studentin durch ein Seminar ein Publikumsgespräch dort moderieren durfte. Seitdem hänge ich an diesem Münchner Event und nach meinem Praktikum beim Festival 2011 konnte ich dieses Jahr sogar als Assistentin der Festivalleitung mitarbeiten. Dafür bin ich unglaublich dankbar, da ich dadurch neue Zukunftsperspektiven kennenlernen und Berufserfahrung sammeln konnte.

Monatelang wurde ich auf diesen Posten vorbereitet, in dem ich die verschiedenen Aufgaben und Arbeitsabläufe bei den Veranstaltungen der monatlichen Reihe Figurentheater der Gegenwart übte. Trotzdem hat mich die arbeitsintensive Festivalzeit dann ordentlich ins Schleudern gebracht. Innerhalb der ersten sieben Tage habe ich drei Kilo abgenommen. Danach habe ich mich offen gestanden nicht mehr auf die Waage getraut. Ich habe zu wenig gegessen und zu wenig geschlafen, aber ich habe mich wahnsinnig lebendig gefühlt! Jeden Tag neue Menschen kennenzulernen, spontane Kleinkatastrophen zu verhindern, Verantwortung für einen möglichst reibungslosen Ablauf für das Team, die Künstler und das Publikum zu tragen – das war Stress und gleichzeitig Glück pur. Es war einfach eine großartige, unglaublich befriedigende Erfahrung, nach so langer Zeit des Vor-sich-hin-studierens etwas zu bewegen und Teil eines Teams zu sein, das mit wenig Mitteln viel erreicht.

Inzwischen sind bereits 14 Tage vergangen und mein Alltag hat mich wieder. Ich vermisse es nicht, bis zu 16 Stunden am Tag zu arbeiten und dabei ständig Traubenzucker und coffeinhaltige Getränke zu konsumieren, um auf den Beinen zu bleiben. Doch ich vermisse das Team, das sich gegenseitig so gut gestützt hat und ich vermisse die vielen Menschen, die sich für das Figurentheater interessieren und sich gemeinsam dafür engagieren. Und vor allem vermisse ich es, jeden einzelnen Arbeitstag mit einer anderen Figurentheateraufführung belohnt zu werden. Damit lässt sich nämlich jeder Stress gut über.leben.

Insgesamt hat mich das Festival irrsinnig motiviert. Ich habe frische Energie für die Arbeit an meinem Studienabschluss gefunden und schließlich habe ich auch neue Ideen für mein Leben nach dem Studium entwickelt – mit viel Theater und vielleicht auch mit etwas Wissenschaft… Mal sehen, was die Zukunft so bringt.

Advertisements