Der alten Zeiten wegen

Es regnet und ich habe eben ein Stündchen Zeit. Blog an!

Leider habe ich meine Leser wieder einmal lange warten lassen. Tja, was soll ich sagen: Es gibt einfach zu viele schöne und notwendige Dinge zu tun! Die fiese Grippe, die vor kurzem hatte, gehört zwar nicht dazu, aber manchmal setzt die Natur einem eben Grenzen.

Endlich kann ich übrigens ganz offiziell über meine Magisterarbeit sprechen! Sie ist nämlich angemeldet und in Arbeit. Es geht um Figurentheater in der BRD zwischen 1945 und ’68. Klingt fad, ist es aber ganz und gar nicht: Nach dem zweiten Weltkrieg waren Puppenspieler in ganz Deutschland zerstreut, Kontakte gingen verloren, Theater waren vielerorts zerstört und überhaupt musste man ja in jeder Hinsicht erst einmal von vorne anfangen. Nach und nach fanden sich verschiedene Puppenspieler und -liebhaber in kleinen Gruppen zusammen und begannen, sich neu zu organisieren. Es wurden Vereine, Berufsverbände und Interessengemeinschaften gegründet, einige Puppenspielzeitschriften erschienen und man versuchte, das Puppenspiel wieder zu etablieren. Leider schafften es die vielen Einzelgruppen nicht, sich zusammenzuraufen, sondern entwickelten eine irre Konkurrenzhaltung. Erst 1968 wird ein übergreifender Verband gegründet, der VDP – Verband Deutscher Puppentheater e. V., der bis heute besteht. Meine Aufgabe ist es nun, herauszufinden, was in diesen 23 Jahren passiert ist, welche Organisationen die Puppentheaterszene dominierten und weshalb die Zusammenarbeit so schwierig war. Was hat die Szene damals beschäftigt? Ich finde das spannend und komme mir vor wie ein Detektiv, wenn ich Briefwechsel und Zeitschriften etc. im Münchner Stadtmuseum durchforste, wo es ein sehr großes Archiv und eine wunderbare Bibliothek zum Figurentheater gibt.

Apropos Figurentheater: In Erlangen und Umgebung ist es bald wieder so weit! Vom 3. bis 12. Mai findet dort das 18. Internationale Figurentheaterfestival statt. Ich freue mich schon darauf und wünschte, ich könnte mehr als drei Tage dort verbringen. Ein paar Gruppen, die ich unbedingt empfehle, sind z. B. die DudaPaiva Company, die Compagnie Gare Centrale und Theater Zitadelle. Diese habe ich (wenn auch teilweise mit anderen Stücken) bereits gesehen und finde sie in ihrem Stil und Humor einfach großartig, so unterschiedlich wie sie auch sind. Aber auch der Rest des Programms klingt gar nicht übel (das ist, nebenbei bemerkt, eine enorme Untertreibung!). Übrigens findet im Oktober auch in München ein internationales Figurentheaterfestival statt… und gleich danach ist ja auch wieder SPIELART – ein tolles Jahr in München!

18. Internationales Figurentheaterfestival Erlangen / Nürnberg / Fürth / Schwabach

Sonst möchte ich heute auch noch auf das Museumsportal München verweisen. Immerhin sitze ich seit 1. April dort in der Redaktion! Ich freu mich wie ein kleines Kind, dass das geklappt hat! Die Arbeit ist toll, ich habe bereits einige super nette MitarbeiterInnen (immers schön politisch korrekt bleiben) aus den Münchner Museen kennengelernt und außerdem ist der Job gut für mein Sparschwein. Nicht, dass es viel davon abbekommen würde… in München zählt schließlich jeder Cent.

Morgen ist übrigens wieder das stARTcamp in der Alten Münze in München. Damit hat voriges Jahr alles angefangen. Seitdem existiert dieser Blog, mein Twitteraccount und überhaupt mein Spaß an Social Media. Seitdem hat sich vieles getan. Vor allem beruflich.

Ich bin happy! Busy, aber happy.

Advertisements